Hessens ländliche Räume …

… in Zeiten des Wandels

Autor: Jürgen Römer, August 2015

Hessen weist neben den stark urbanisierten Gebieten zwischen Rhein, Main und Neckar auch weite ländliche Räume auf. Die nördliche und östliche Wetterau, der Hintertaunus, der Odenwald, die hessische Rhön, der Vogelsberg und der Knüll, die Schwalm, das untere Werratal, der Kellerwald, der Habichtswald und Waldeck, um nur einige zu nennen, gehören zur Identität Hessens mindestens ebenso wie Frankfurt und Kassel, Wiesbaden und Darmstadt, Rüsselsheim und der Frankfurter Flughafen.

Die Werra bei Wanfried (Foto: Christoph Rau)

Vor diesen sehr verschiedenen Gebieten liegen unterschiedliche Herausforderungen. Der Spannungsbogen reicht dabei vom zukünftigen Ausbau heute schon dicht erschlossener Regionen bis hin zum hier und da vielleicht unvermeidlichen Rückbau an der Peripherie. Das vergröbernde und oftmals sehr zweckgebunden eingesetzte Schlagwort vom „demografischen Wandel“ scheint viele neue Fragen aufzuwerfen. Den Antworten haftet oft etwas von Zwang an, von quasi naturgesetzlicher Unausweichlichkeit, von Schicksal. An vielen Orten in den ländlichen Regionen löst die Aussicht einer stetig sinkenden Bevölkerungszahl, die immer mehr altert, Resignation aus oder hektische Betriebsamkeit. Forschungsinstitute, Regierungsstellen auf Bundes- und Landesebene, Stiftungen, Beratungsfirmen, Politikerinnen und Politiker, Medien aller Arten stellen Prognosen auf, geben Empfehlungen ab, teilen Fördergelder aus, führen Beratungen durch, verkaufen Lösungspakete. Im Ausland reibt man sich verwundert die Augen: Der demografische Wandel – wieder einmal ein Beispiel für „German angst“?

Ja, die ländlichen Räume werden weniger, älter, bunter – um einen abgedroschenen Satz zu zitieren. Hessen insgesamt auch, und ganz Deutschland, ganz Europa und andere Teile der Welt. In Zeiten globalisierten Lebens, Wirtschaftens, Denkens und Handelns werden sich die Antworten auf Fragen groß angelegter, langfristiger Wandlungsprozesse nicht in einzelnen Dörfern finden lassen. Auf dieser Ebene kann man Symptome behandeln, etwa Schmerzen bekämpfen, die von Verlusterfahrung herrühren. Die Ursachen liegen ganz woanders.

Der Eintritt in die Moderne, der in Mitteleuropa vor rund 200 Jahren begann, ist nach wie vor rund um den Globus nicht abgeschlossen. Traditionelle Bindungen wurden und werden aufgelöst, seien es die in monarchischen Staaten, in Großfamilien, in Stammesgruppen. Moderne, Industrialisierung, Ausbau des tertiären Sektors haben Folgewirkungen: zunehmende Individualisierung, zunehmende Ökonomisierung, zunehmende Flexibilisierung aller Lebensverhältnisse. Medial vermittelte Inszenierungen schaffen hier Ersatz, aber eben nur Ersatz.

Altenburschla/Wanfried (Foto: Chrioph Rau)

Das klingt trübe und bedrohlich. Was ist zu tun? Die einen entscheiden sich dafür, Traditionen hoch zu halten und zu bewahren als Bollwerk gegen die Bedrohung des Gewohnten, das gerne mit dem Traditionellen gleichgesetzt wird. Sie engagieren sich in Vereinen zur Pflege des Brauchtums oder des lokalen Dialekts, sie unterstützen den Männergesangverein, der bei seinem althergebrachten Repertoire bleiben möchte. Andere wollen alte Zöpfe abschneiden: Der Gesangverein nimmt jetzt Frauen auf und singt moderne Lieder in englischer Sprache. Die Jungen organisieren Computerkurse für die Älteren. Ökologisch Interessierte gründen einen Laden mit Produkten aus regionaler Erzeugung, die man auch im Netz bestellen kann. Auf der Kirmes wird ein HipHop-Abend eingeführt, außerdem wird nur noch zwei Tage gefeiert ohne den Umzug wie früher. All das, Bewahrendes wie Erneuerndes, wird in der besten Absicht getan, Menschen mitzunehmen, ihnen ein Gefühl der Identität zu vermitteln – das früher Heimatliebe hieß – und sie in die Dorfgemeinschaft zu integrieren, wenn sie es denn nicht mehr sind. Á propos „früher Heimatliebe“: Wer weiß? Das Wort „Heimat“ hat seit einiger Zeit wieder Konjunktur.

Hühner in Hessen (Foto: Christoph Rau)

Damit rückt eine Frage immer stärker in den Vordergrund: Was ist denn „Leben auf dem Dorf“? Wie kann man „Dörflichkeit“ definieren und bemessen? Eine junge Forscherin, Michèle Spohr von der Uni Hannover, greift zurück auf den großen Soziologen Ferdinand Tönnies (1855-1936), der 1887 das Buch „Gemeinschaft und Gesellschaft“ veröffentlichte. Spohr schreibt: „Ferdinand Tönnies ordnete Gemeinde, Dörfer und Kleinstädte dem Typ der Gemeinschaft zu, der eine ‚Einheit der Differenten‘ bildet. Der Einzelne fühlt sich als Teil der Gemeinschaft und ist dieser verpflichtet. In der Gesellschaft, die Tönnies in der Stadt verortet, strebe der Einzelne dagegen nur nach seinem eigenen Nutzen. Gemeinschaft wie Gesellschaft sind bestimmte soziale Beziehungen eigen: ‚Alles vertraute, heimliche, ausschließliche Zusammenleben [so finden wir] wird als Leben in Gemeinschaft verstanden. Gesellschaft ist die Öffentlichkeit, ist die Welt‘.“

Bei Wanfried (Foto: Christoph Rau)

Will man sich dies zu Eigen machen, so könnte man „Dörflichkeit“ daran messen, wieviel denn nun gemeinsam und nicht individuell getan und gelebt wird. Dann wird schnell klar, dass es nicht genügt, auf die Größe, Bevölkerungsdichte oder andere, äußere Parameter zu schauen, sondern darauf, was auf dem Feld des Sozialen geschieht: Dann erhalten alle oben genannten Bemühungen und Aktivitäten, Initiativen und Arbeiten ihren Wesenskern: Sie wollen Gemeinschaft, also Dörflichkeit, erzeugen und erhalten. Auch in städtischen Gesellschaften, gekennzeichnet durch Individualisierung, gibt es Elemente des Dörflichen, etwa beim Kiezfest. Aber dort treten sie sehr in den Hintergrund und haben mit dem Funktionieren des täglichen Lebens kaum Berührungspunkte.

Altenburschla/Wanfried (Foto: Chrioph Rau)

Das ist – in heutiger Betrachtung und nicht in der der 60er oder 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts – die Stärke der ländlichen Räume: Schaffung von Identität als positives Lebensgefühl. Wolfgang Schlapp sagt in seiner Hambacher Festrede: „Wie aber soll ein Kind spüren, dass es etwas Besonderes ist, in Hambach zu wohnen, wenn es absolut keinen Unterschied mehr macht, ob man in Darmstadt, Weinheim oder in Hambach aufwächst.“ Genau da muss Dorf- und Regionalentwicklung ansetzen. „Es ist etwas Besonderes, aus Hambach zu sein, weil…“ Darauf muss ein Dorf Antworten suchen und finden, die über platten Lokalpatriotismus hinausgehen, dem dazu nicht mehr einfällt als: „… weil Hambach toll ist.“

Diese positive Identifizierung, die es bewirken kann, dass junge Leute nach der Ausbildung oder dem Studium zurückkommen, um – mit einem guten Internetzugang – an der Stelle zu leben, an der sie positive Identitätserfahrungen gemacht haben. DAS ist die Kraft des Dorfs, der die Stadt nichts Entsprechendes gegenüber zu stellen vermag. Zu viele Menschen, zu viele Häuser, zu viele Autos, zu viel Konsum, zu viel Licht, zu viel Lärm. Zu wenig Luft.

EDITION HESSEN, Band 1, 850 JAHRE HAMBACH – Spuren der Vergangenheit, eine fotografische Hommage. Fotos: Christoph Rau u.a., Surface Book, Darmstadt 2015 Flipbook, Broschur, 14,3 x 12 cm 320 Seiten, ca. 280 Fotoseiten, 14,80 Euro ISBN 978-3-939855-40-8

Diese Kraft aber ist in Gefahr. Weltweit, und ganz unabhängig von dem, was in Deutschland „demografischer Wandel“ genannt wird, strömen die Menschen vom Land in die Stadt. In anderen Weltgegenden ist dieser Strom viel reißender als hierzulande. Hier werden keine Landstriche entvölkert, hier gibt es keine Megacities mit 20 Millionen Einwohnern, die Jahr um Jahr um Hunderttausende wachsen. Das ist Urbanisierung, die untrennbar zur Moderne mit ihren Produktionsverhältnissen, ihren politischen Systemen und ihren – zunehmend allein monetären – Werten gehört.

Im Weinberg bei Hambach

Daneben wird die Kraft der Dörfer aber auch durch andere Gegner angegriffen. Im Zuge von Verteilungskämpfen um die knapper werdenden öffentlichen Mittel haben sich Bewegungen etabliert, die offensiv für die Abschaffung des Artikels 72 des Grundgesetzes eintreten. Er legt fest, dass der Bund gesetzgeberisch eingreifen kann, wenn „die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet oder die Wahrung der Rechts- oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse“ gefährdet wird. Hinter den Angriffen auf diesen Artikel stehen Lobbyisten unterschiedlicher Herkünfte, Motivationen und Auftraggeber. Sie beschreiben die ländlichen Räume seit etwa dem Beginn des Jahrhunderts als Mängelregionen und Gebiete, die alleine mit staatlicher Hilfe am Leben zu erhalten seien. Daraus leiten sie ab, die Standards der Lebens- und Versorgungsbedingungen in den ländlichen Räumen abzusenken. Im Zweifelsfall sollen sie sich selbst überlassen werden. Auf manchen Gebieten geschieht dies schon: Die staatlichen Versorgungsinstitutionen wie etwa die Bundespost hatten den klaren Auftrag, alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig von deren Wohnort gleichermaßen mit Dienstleistung zu versorgen. Dies ist unwiderruflich vorbei. Die nunmehr entstaatlichten Unternehmen und ihre Konkurrenten suchen sich die attraktivsten Regionen heraus, das sind in aller Regel die Städte, und vernachlässigen die kostenträchtigen Gebiete mit weniger dichter Besiedlung. Hier wird ein eklatantes Versagen der Versorgungsleistung des Marktes sichtbar, das die ländlichen Regionen mit enormen, auch finanziellen Anstrengungen auszugleichen suchen. Gäbe man den oben genannten Lobbyisten Recht, dann würden diese Gebiete abgeschnitten. Sie wollen die – vor allem finanziellen – Ressourcen vom Land in die großen Städte umleiten, in die Bauindustrie etwa.

Betonwerk im Vogelsberg (Foto: Christoph Rau)

Begründet wird all dies mit dem vermeintlich unausweichlichen, weil von Naturgesetzen geprägten demografischen Wandel. Er wird von Naturwissenschaftlern und Medizinern postuliert; die Einwände anderer Disziplinen, etwa der Kultur- und Gesellschaftswissenschaften, verhallen oftmals ungehört. Naturwissenschaften stehen im Ruf, exakt zu sein, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften nicht. Dass dies seit Generationen widerlegte Klischees sind, ist vielen Verantwortlichen kaum zu vermitteln. Der mit methodisch halsbrecherischen Bevölkerungsprognosen „bewiesene“ demografische Wandel – weniger, älter, bunter – soll nun für alles verantwortlich sein. Er ist, weil angeblich naturgesetzlich, unangreifbar. Schon diese Voraussetzung stimmt nicht: menschliche Bevölkerungsentwicklung hängt in hohem Maße von Wanderungsbewegungen ab, die per se nicht vorhersagbar sind. Die wichtigsten demografischen Ereignisse und Prozesse der jüngeren deutschen Geschichte waren dies alle nicht: Der Zweite Weltkrieg mit Millionen Toten, Flucht und Vertreibung, das Wirtschaftswunder mit stark steigenden Geburtenraten, die Erfindung und Verbreitung der „Pille“, die Grenzöffnung 1989 ff. mit einer enormen Zuwanderung in den Westen Deutschlands, die jüngsten Flüchtlingsbewegungen aufgrund grausamer Bürgerkriege, Despotien und Verarmung. Nichts von alledem konnte man auch nur fünf Jahre vor seinem Eintreten vorhersehen. Wir müssen aufhören, wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, wenn die Bevölkerungsentwicklung vorhergesagt wird. Wir sind nämlich keine Kaninchen, deren Vermehrung einigermaßen präzise bestimmbar ist, sondern Menschen. Mit solchen Prognosen sind in Deutschland ganze Landstriche, vor allem in den alten Bundesländern, pauschal schlecht geredet worden. Dies geschieht nach wie vor, und das Schlimmste daran ist: Wir glauben es. Da beginnt die Abwärtsspirale, nicht bei den Geburten- und Sterberaten. Dass das Ringen um die vielen Milliarden in den sozialen Sicherungssystemen zu all dem noch vieles beiträgt, sei nur am Rande erwähnt. Das ist eine andere Arena, in der um wesentlich größere Summen gekämpft wird.

Flohmarkt bei Altenburschla (Foto: Christoph Rau)

Wir müssen den Menschen Mut machen. Dazu gibt es allen Grund: Die ländlichen Räume sind das Rückgrat der modernen Gesellschaft. Sie stellen wichtige Güter zur Verfügung: Nahrung, Energie, Luft, Landschaft, Erholung.

Aus den ländlichen Räumen kommen nachweislich viele der Aufsteiger in der Wirtschaft. Viele Menschen in den Dörfern sind überzeugt davon, dass ihre Form der Work-Life-Balance die ausgewogenere ist als die in den Großstäden. Viele von deren Bewohnern träumen von einem Leben auf dem Land und lesen Monat für Monat die einschlägigen Hochglanzmagazine, die Millionenauflagen erreichen.

Wir können nicht wissen, wie sich unser Leben entwickeln wird in den nächsten ein bis zwei Generationen. Zweifellos stehen wir im Gefolge der Durchsetzung der Informationsgesellschaft vor tief greifendem Wandel, der eben erst beginnt. Wir können nicht wissen, wie in zwanzig Jahren Arbeit organisiert sein wird. Schon heute werden viele Jobs über das Netz von jedem beliebigen Ort aus erledigt. Warum sollte man in einem Hochhaus wohnen mit Blick auf andere Hochhäuser, wenn man an diesem Ort nicht sein muss? So wie man sagen könnte, dass in der industriellen Revolution die Dörfer als Wohnorte der Arbeitskräfte für die Landwirtschaft ihre Daseinsgründe einbüßten, könnte man ebenso gut sagen, dass in der technischen Revolution unserer Zeit die Städte als Wohnorte der Industrie- und Dienstleistungsarbeitskräfte unnötig geworden sind.

Wanfried (Foto: Christoph Rau)

Man darf beruhigt sein: Beide, Großstädte und Dörfer, werden weiter bestehen. Die Möglichkeiten, das eigene Leben inklusive der Wohnortwahl nach eigenen Wünschen zu gestalten, waren noch nie so groß. Sie werden größer, im Odenwald wie in Frankfurt, im Meißner wie in Kassel, im Taunus wie in Wiesbaden. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass alle sich für einen Lebensentwurf entscheiden, solange eine attraktive Alternative besteht. Es geht nicht darum, die Städte dem Land überzuordnen oder das Land die Städte dominieren zu lassen. In Hessen bietet es sich an wie kaum irgendwo sonst, das gute Mit- und Nebeneinander von Stadt und Land in die Zukunft zu entwickeln.

So wie das Dorf nicht stirbt, stirbt auch das Buch nicht. Ein Buch oder gar eine ganze Reihe von Büchern wäre wie geschaffen, das zu transportieren, worum es in diesem Text bisher ging und worum es in der Wirklichkeit abseits der Buchstaben tagtäglich geht. Das Buch ist, soviel wird man prophezeien dürfen, dem digitalen Sturm nicht erlegen und es sieht auch nicht so aus, als stehe das bevor.

Greifen, begreifen – Haptik ist ein höchst analoges Phänomen, das gerade in digitaler Zeit von vielen Menschen sehr geschätzt wird. Im Garten in der Erde wühlen ist dem Umblättern papierner Seiten verwandt. Zumindest ähneln sich die Wirkungen.

Bei Wanfried (Foto: Christoph Rau)

Auf ein Buch ist man auf eine andere Art und Weise stolz als auf ein digitales Produkt. Eine schöne Homepage, eine gute App – auch das kann Freude machen. Aber ein Buch in der Hand zu halten und etwas darin wiederzufinden aus dem eigenen Leben ist etwas anderes, vielleicht wirklicheres.

In diesem Text ging es um Tradition und Erneuerung. Gute Bücher haben damit viel zu tun. Für Tradition steht die Kunst des Büchermachens, des Gestaltens, Druckens, Bindens. Für Tradition steht das Handwerk des Fotografen, der sich nicht darauf verlassen mag, am Bildschirm aus einem beliebigen Schnappschuss ein perfekt komponiertes „Kunstwerk“ zu machen – ein Kunstwerk, das vor Kitsch oft nur so trieft. Für Tradition steht ein Umgang mit Sprache, der sich nicht in der Reproduktion in den Medien aufgeschnappter Floskeln erschöpft, sondern mit Buchstaben, Silben, Wörtern und Wendungen kreativ wird, um Inhalt zu bewegen.

Das Neue zeigt sich in einem präzise auf den Betrachter und Leser abgestimmten Buchdesign, in dem die Form der Funktion als Schwester und nicht als Sklavin folgt. Das Neue manifestiert sich in frischen Blicken auf vermeintlich lange Bekanntes. Das Neue wird sichtbar in einer zielgruppenbewussten Relation von Bild und Text.

Wanfried/Völkerhausen (Foto: Christoph Rau)

Noch ein Wort zu den Bildern: Sie suchen das Bemerkenswerte im scheinbar Banalen. Sie setzen auch auf Repetition, so wie ländliches, naturnahes Leben Zyklen folgt und nicht einem Zeitstrahl.

Die Texte – im Idealfall – hingegen untermauern, bestätigen, stellen in Frage, informieren, unterhalten, machen nachdenklich, bringen zum Lachen und zum Weinen. Die ganze Welt in einem Buch ist heute sicher nicht mehr möglich, aber das ganze Dorf, die ganze Kleinstadt, die ganze Umgebung oder Region in einem Buch? Das kann man sich leicht vorstellen.

Die Bücher greifen die Kraft der Dörfer und des Landes auf und machen sie spürbar, handhabbar, erlebbar, genießbar. Sie konservieren sie und halten so ein Versprechen für die Zukunft aufrecht: Den Ausgleich zwischen Stadt und Land. Intellektuelle und künstlerische Verschränkung ist möglich. Das kann eine Buchreihe im besten Fall bewirken, mindestens aber fördern.

Der Text ist erschienen im ersten Band der EDITION HESSEN „850 JAHRE HAMBACH – Spuren der Vergangenheit“, den Sie hier per E-Mail bestellen, oder in Ihrer Buchhandlung für EUR 14,80 kaufen können (ISBN 978-3-939855-40-8).

Dr. Jürgen Römer ist Leiter des „Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung“ im Landkreis Waldeck-Frankenberg und als Referent tätig. E-Mail: Juergen.Roemer@lkwafkb.de

Bei Wanfried (Foto: Christoph Rau)